Von A bis Z: Ad-hoc-Mitteilung · Adaption · Anhang · Beglaubigte Übersetzung · Bilanz · Claim · Copywriting · Corporate Language · CSRD · Dolmetschen · ESEF · ESRS · Geschäftsbericht · Gewinn- und Verlustrechnung (GuV) · Halbjahresfinanzbericht · Hauptversammlung · HV-Unterlagen · Interkulturelle Intelligenz · Internationalisierung · Jahresabschluss · Jahresfinanzbericht · Kulturcheck · Lagebericht · Lokalisierung · Masterkampagne · Mehrstufiges Redaktionssystem · Mikro-Mafo · Muttersprachenprinzip · Nachhaltigkeitserklärung · Namensfindung und Nomenklatur · Quartalsmitteilung · Rückübersetzung · Terminologiedatenbank · Tonalität · Transkreation · Übersetzung · Werbelektorat
Übersetzen, adaptieren, lokalisieren
Diese Begriffe werden oft durcheinander verwendet. Sie unterscheiden sich vor allem darin, wie eng der neue Text am Ausgangstext bleibt.
| Begriff | Was erhalten bleibt | Was sich ändern darf | Typische Texte |
|---|---|---|---|
| Übersetzung | Inhalt und Aussage, möglichst vollständig | Sprache und Satzbau | Lagebericht, Anhang, Verträge, Fachtexte |
| Lokalisierung | Inhalt und Funktion | Sprache, Formate, Einheiten, Anrede, Beispiele | Websites, Software, Produkttexte |
| Transkreation | Wirkung, Tonalität, Absicht | Wortlaut, Bilder, Wortspiele | Claims, Headlines, Anzeigen, Markenfilme |
| Adaption | Wirkung und Absicht | Stil, bei Bedarf auch die Botschaft | Werbung, Marken- und Unternehmenskommunikation |
Adaption
Adaption ist die Neufassung eines Textes für einen anderen Sprach- und Kulturraum, bei der der Stil und, wo nötig, auch die Botschaft an den Zielmarkt angepasst werden. Sie geht weiter als eine Übersetzung: Ziel ist ein Text, der sich so liest, als wäre er im Zielmarkt konzipiert und geschrieben worden. Für Werbetexte wird Adaption meist gleichbedeutend mit Transkreation verwendet.
Englisch: adaptation. Bei BMP heißt so die Kernleistung: „Wir nennen unsere Dienstleistung allerdings Adaption und nicht Übersetzung.“ Mehr dazu unter Transkreation und Marketing.
Beglaubigte Übersetzung
Eine beglaubigte Übersetzung ist eine Übersetzung, deren Richtigkeit und Vollständigkeit ein nach Landesrecht ermächtigter oder öffentlich bestellter Übersetzer mit seiner Unterschrift bescheinigt. So beschreibt es § 142 Abs. 3 ZPO für fremdsprachige Urkunden vor Gericht. Verlangt wird sie von Gerichten und Behörden, etwa wenn eine ausländische Aktiengesellschaft für ihre Zweigniederlassung eine fremdsprachige Satzung beim Handelsregister einreicht (§ 13f HGB). Wer dafür zugelassen ist, zeigt die Dolmetscher- und Übersetzerdatenbank der Länder.
Englisch: certified translation. Für die englische Fassung eines Geschäftsberichts sehen WpHG und Börsenordnung keine Beglaubigung vor; mehr dazu unter Geschäftsbericht übersetzen.
Dolmetschen
Dolmetschen ist die mündliche Übertragung gesprochener Sprache, entweder simultan, also zeitgleich mit der Rede, oder konsekutiv, abschnittsweise im Anschluss. Übersetzen ist dagegen schriftlich. Eine Hauptversammlung kann beides brauchen: Dolmetscher für Reden und Aussprache im Saal, Übersetzer schon Wochen vorher für Einberufung, Berichte und Redetexte.
Englisch: interpreting. Welche schriftlichen Unterlagen zur Hauptversammlung gehören, steht unter HV-Unterlagen.
Internationalisierung
Internationalisierung bezeichnet in der Markenkommunikation die Entscheidung, eine Marke in allen Märkten bewusst als globalen Akteur auftreten zu lassen, statt sie in jedem Markt heimisch wirken zu lassen. Sie ist damit das Gegenstück zur Lokalisierung. Im weiteren Sinn meint der Begriff jede Aufbereitung von Kommunikation für Märkte außerhalb des Heimatmarkts. In der Softwareentwicklung steht er dagegen für die technische Vorbereitung eines Produkts auf spätere Lokalisierungen.
Englisch: internationalization. BMP verwendet ihn im weiteren Sinn: „Wir internationalisieren Unternehmens- und Markenkommunikation.“ Dass manche Marken „bewusst als globale (und nicht als lokale) Player wahrgenommen werden“ wollen, muss vor der Adaption geklärt sein, so der Beitrag Markenkommunikation ohne Grenzen.
Lokalisierung
Lokalisierung ist die Anpassung eines Textes oder Produkts an Sprache, Konventionen und Erwartungen eines bestimmten Zielmarkts. Dazu gehören neben der Sprache auch Datums- und Zahlenformate, Maßeinheiten, die Form der Anrede, Beispiele und Bilder. In der Werbung ist die Grenze zur Transkreation fließend.
Englisch: localization. Ob eine Marke lokal oder global wirken soll, gehört an den Anfang eines Projekts (siehe Internationalisierung). Wie das für den deutschen Markt aussieht, zeigt die Seite Kampagnen für Deutschland.
Rückübersetzung
Rückübersetzung ist die Übersetzung eines bereits übersetzten Textes zurück in die Ausgangssprache, meist durch eine zweite Person, die das Original nicht kennt. Sie macht sichtbar, wo sich die Bedeutung verschoben hat, und ist etwa bei Fragebögen in der Marktforschung verbreitet. Bei Werbetexten zeigt sie Abweichungen vom Wortlaut, sagt aber nichts darüber, ob der Text im Zielmarkt wirkt.
Englisch: back translation. Wie wir Claims und Namen auf ihre Wirkung prüfen, steht unter Namen und Claims prüfen.
Transkreation
Transkreation, ein Kofferwort aus Translation und Kreation, ist die Neufassung eines Werbe- oder Markentextes für einen anderen Sprach- und Kulturraum, die Wirkung, Tonalität und Absicht des Originals erhält, nicht unbedingt seine Worte. Eine einheitliche Definition gibt es in der Fachliteratur nicht; für Werbetexte werden Transkreation und Adaption meist gleichbedeutend gebraucht. Ein Beispiel: Aus dem Konzernclaim der Deutschen Bahn „Zukunft bewegen“ wurde auf Englisch „On track for tomorrow“.
Englisch: transcreation. Die englische Fassung des Bahn-Claims stammt von BMP. Wie eine Transkreation entsteht, zeigt die Seite Transkreation.
Übersetzung
Übersetzung ist die Übertragung eines Textes in eine andere Sprache, bei der Inhalt und Aussage möglichst vollständig erhalten bleiben. Für Pflicht- und Fachtexte wie Lagebericht, Anhang oder Verträge ist sie das richtige Verfahren, weil dort jede Aussage nachprüfbar stimmen muss. Bei Werbung reicht sie selten.
Englisch: translation. Unser Standpunkt in den Antworten: „Schließlich braucht Unternehmenskommunikation keine Übersetzungen, sondern schlagkräftigen Text.“ Wann eine Übersetzung reicht und wann nicht, erklärt die Seite Transkreation.
Marke, Kampagne, Text
Claim
Ein Claim ist ein kurzer, einprägsamer Satz, der ein Unternehmen oder eine Marke (Unternehmensclaim) oder eine einzelne Kampagne (Kampagnenclaim) auf den Punkt bringt. Im Englischen heißt er slogan, tagline oder strapline; das Wort claim hat dort in der Werbung eine andere Bedeutung, nämlich eine Behauptung über das Produkt. Claims lassen sich selten wörtlich übertragen, weil sie mit Klang, Rhythmus und Doppeldeutigkeit arbeiten.
Englisch: slogan, tagline. „Die Adaption von Claims ist die Königsklasse“, heißt es in unseren Antworten: Ideen entstehen auf Basis des Kundenbriefings und werden auf Aussage, Assoziationen, kulturspezifische Aspekte, Singularität und Wirkkraft geprüft. Mehr unter Transkreation und Namen und Claims prüfen.
Copywriting
Copywriting ist das Schreiben von Werbe- und Marketingtexten wie Headlines, Anzeigen, Broschüren oder Filmtexten mit dem Ziel, Leser zu überzeugen. Wer diese Texte schreibt, heißt Texter oder, aus dem Englischen, Copywriter.
Englisch: copywriting. Copywriting für verschiedene Märkte gehört bei BMP zum Bereich Marketing; dort arbeiten Texter in Kreativteams mit Adaptionsexperten und Werbelektoren.
Corporate Language
Corporate Language, auch Corporate Wording genannt, ist die verbindlich festgelegte Sprache eines Unternehmens: bevorzugte Begriffe, Tonalität, Schreibweisen und Regeln für die Ansprache. Sie steht meist in einem Sprachleitfaden und gehört neben dem Corporate Design zur Corporate Identity. Über mehrere Sprachen hinweg hält sie nur, wenn Begriffe und Tonalität in jeder Sprache festgelegt sind.
Englisch: corporate language. Auf unserer Seite IR/PR heißt das: „Durchgängige Tonalität und einheitliches Wording durch kundenspezifische Terminologiedatenbanken und Texterteams.“
Masterkampagne
Eine Masterkampagne ist eine zentral entwickelte Kampagne, die als Vorlage für alle Märkte dient und dort jeweils adaptiert wird. Ob ihre Idee international trägt, sollte sich früh zeigen: Wordings, die im Heimatmarkt alleinstellend sind, können im Zielland schon „verbraucht“ sein, und Bilder und Farben wecken je Kulturkreis andere Assoziationen.
Englisch: master campaign. Zum Kulturcheck gehört bei BMP die „Beratung und Mitwirkung bei der Erarbeitung international tragfähiger Masterkampagnen und -ideen einschließlich der Bild- und Farbwelten“.
Namensfindung und Nomenklatur
Namensfindung (Naming) ist die Entwicklung von Namen für Unternehmen, Marken, Produkte oder Dienstleistungen; eine Nomenklatur ist das System, nach dem die Namen innerhalb eines Portfolios gebildet werden. Bei internationalen Namen kommt die Frage hinzu, wie ein Name in anderen Sprachen klingt und was er dort bedeutet. Die Marken- und Schutzrechtsrecherche ist davon getrennt eine juristische Prüfung.
Englisch: naming, nomenclature. Namensfindung gehört bei BMP zum Marketing. Produktnamen und Nomenklaturen prüfen wir im Kulturcheck auf kulturelle Kompatibilität und Wirkkraft; mehr unter Namen und Claims prüfen.
Tonalität
Tonalität ist die Art, wie ein Unternehmen oder eine Marke klingt: Wortwahl, Satzbau, Ansprache und Haltung. Sie lässt sich nicht Wort für Wort übertragen, weil dieselben Mittel in jeder Sprache anders wirken. Deutscher Nominalstil etwa wirkt im Englischen schnell schwerfällig.
Englisch: tone of voice. Unser Anspruch steht auf der Startseite: „Für eine Tonalität, mit der sich Ihre Zielgruppe identifiziert.“
Kultur prüfen
Interkulturelle Intelligenz
Interkulturelle Intelligenz ist die Fähigkeit, Fremdheit und kulturbedingte Stolpersteine in der Kommunikation zu erkennen und zu beseitigen. Die Forschung unterscheidet kognitive, metakognitive, motivationale und behaviorale Anteile. Für einen Text zählt am Ende, ob er im Zielmarkt fremd wirkt oder nicht.
Englisch: intercultural intelligence. In unseren Antworten halten wir es kürzer: „Nur so viel: Sie wirkt!“
Kulturcheck
Ein Kulturcheck ist die Prüfung von Claims, Namen und Kreativkonzepten darauf, ob sie in einem anderen Kulturraum so verstanden werden und so wirken wie beabsichtigt. Gesucht werden vor allem Fehler knapp unter der Warnschwelle: ein Foto, das die Lebenswirklichkeit im Zielmarkt verfehlt, ein Copytext, der mit fremden Wunschträumen spielt, ein Produktname, der sich deutsch gibt, „mir aber trotzdem spanisch vorkommt“.
Englisch: cultural check. „Kulturcheck statt Kulturschock“: Bei BMP ist der Kulturcheck ein eigener Leistungsbereich. Kunden lassen dort Unternehmens- und Kampagnenclaims, Produktnamen, Nomenklaturen und Kreativkonzepte auf kulturelle Kompatibilität und Wirkkraft prüfen. Wie das bei Namen und Claims abläuft, steht unter Namen und Claims prüfen.
Mikro-Mafo
Eine Mikro-Mafo (kurz für Mikro-Marktforschung, auch Mikro-Umfrage) ist eine kleine Befragung im Zielmarkt, mit der die Wirkung eines Claims, Namens oder Motivs vor dem Einsatz geprüft wird. Repräsentativ ist sie nicht. Sie zeigt, ob eine Fassung verstanden wird und wie sie ankommt.
Englisch: microsurvey. Die „Wirksamkeitsvorprüfung mit Mikro-Mafos“ gehört bei BMP zum Kulturcheck; auch neue Claims können wir so testen.
Geschäftsbericht und Kapitalmarkt
Geschäftsbericht, Jahresabschluss und Lagebericht werden oft gleichgesetzt. Der Geschäftsbericht ist die Publikation, Jahresabschluss und Lagebericht sind die Pflichtteile, die das HGB verlangt. Das Wort Geschäftsbericht kommt im HGB nicht vor.
| Begriff | Was er umfasst | Rechtsgrundlage | Englisch (üblich) |
|---|---|---|---|
| Geschäftsbericht | die Publikation über das Geschäftsjahr: Pflichtteile plus freiwillige Teile wie Brief an die Aktionäre oder Magazin | kein Gesetzesbegriff | annual report |
| Jahresabschluss | Bilanz und Gewinn- und Verlustrechnung, bei Kapitalgesellschaften mit Anhang | § 242 Abs. 3, § 264 Abs. 1 HGB | annual financial statements |
| Lagebericht | Geschäftsverlauf, Lage und voraussichtliche Entwicklung mit Chancen und Risiken; steht neben dem Jahresabschluss | § 289 HGB | management report |
| Jahresfinanzbericht | was Inlandsemittenten veröffentlichen müssen, unter anderem Jahresabschluss, Lagebericht und Bilanzeid | § 114 WpHG | annual financial report |
Ad-hoc-Mitteilung
Eine Ad-hoc-Mitteilung ist die Pflichtveröffentlichung, mit der ein Emittent von Finanzinstrumenten Insiderinformationen, die ihn unmittelbar betreffen, unverzüglich bekannt gibt. Rechtsgrundlage ist Artikel 17 der Marktmissbrauchsverordnung (MAR); in Deutschland überwacht die BaFin die Ad-hoc-Publizität. Im Prime Standard der Frankfurter Wertpapierbörse verlangt die Deutsche Börse Ad-hoc-Mitteilungen „auch in englischer Sprache“, laut Börsenordnung zeitgleich mit der deutschen (§ 56 BörsO FWB). Auf Englisch heißt die Meldung ad hoc announcement oder ad hoc disclosure, ihr Gegenstand in der englischen Fassung der MAR inside information.
Englisch: ad hoc announcement. Zeitkritische Kapitalmarktkommunikation gehört zu unserem Bereich IR/PR; dafür arbeitet unser Netzwerk in mehreren Zeitzonen. Mehr unter M&A-, Ad-hoc- und Krisenkommunikation.
Anhang
Der Anhang ist der Teil des Jahresabschlusses einer Kapitalgesellschaft, der Bilanz und Gewinn- und Verlustrechnung erläutert und mit ihnen eine Einheit bildet. Grundlage sind § 264 Abs. 1 HGB und die §§ 284 ff. HGB; dort steht unter anderem, dass der Anhang die angewandten Bilanzierungs- und Bewertungsmethoden nennt. Im Konzern heißt er Konzernanhang, nach IFRS ebenfalls notes.
Englisch: notes. Im Anhang muss jede Aussage nachprüfbar stimmen, hier ist Übersetzung gefragt, nicht Adaption. Mehr unter Geschäftsbericht übersetzen.
Bilanz
Die Bilanz ist der Abschluss, der das Verhältnis von Vermögen und Schulden eines Unternehmens zum Ende des Geschäftsjahrs darstellt. So bestimmt es § 242 Abs. 1 HGB. In der amtlichen englischen Übersetzung des HGB heißt sie balance sheet, nach IFRS statement of financial position. IAS 1 erlaubt Unternehmen ausdrücklich, ihre Abschlussbestandteile anders zu betiteln.
Englisch: balance sheet. Welcher Titel gilt, legt jedes Haus einmal fest; danach gehört er in die Terminologiedatenbank.
ESEF
ESEF (European Single Electronic Format) ist das einheitliche elektronische Berichtsformat, in dem Emittenten in der EU ihren Jahresfinanzbericht erstellen. Grundlage ist die Delegierte Verordnung (EU) 2019/815; in Deutschland verweisen § 114 WpHG und § 328 Abs. 1 HGB darauf. Der Bericht entsteht als XHTML-Datei, ein IFRS-Konzernabschluss erhält zusätzlich maschinenlesbare Auszeichnungen in Inline XBRL (ESMA).
Englisch: European Single Electronic Format. Wann der Text für die ESEF-Datei stehen muss, gehört in den Zeitplan; siehe Berichtssaison 2027.
Geschäftsbericht
Der Geschäftsbericht ist die Publikation, mit der ein Unternehmen über sein abgelaufenes Geschäftsjahr berichtet. Bei börsennotierten Unternehmen bündelt er gesetzlich vorgeschriebene Teile wie Konzernabschluss und Lagebericht mit freiwilligen Teilen wie dem Brief an die Aktionäre oder einem Magazinteil. Was Inlandsemittenten von Wertpapieren veröffentlichen müssen, heißt im Gesetz Jahresfinanzbericht (§ 114 WpHG).
Englisch: annual report. Wie wir Geschäftsberichte ins Englische bringen, steht unter Geschäftsbericht übersetzen.
Gewinn- und Verlustrechnung (GuV)
Die Gewinn- und Verlustrechnung (GuV) ist die Gegenüberstellung der Aufwendungen und Erträge eines Geschäftsjahrs. Grundlage ist § 242 Abs. 2 HGB. Auf Englisch gibt es drei gängige Namen: profit and loss account in der amtlichen Übersetzung des HGB, statement of profit or loss nach IFRS und das verbreitete income statement.
Englisch: income statement. Welcher davon in Ihrem Bericht steht, ist eine Entscheidung, die über Jahre halten sollte; mehr unter Geschäftsbericht übersetzen.
Halbjahresfinanzbericht
Der Halbjahresfinanzbericht ist der Zwischenbericht über die ersten sechs Monate eines Geschäftsjahrs, den Inlandsemittenten von Aktien und Schuldtiteln veröffentlichen müssen. Er enthält einen verkürzten Abschluss, einen Zwischenlagebericht und den Bilanzeid und erscheint spätestens drei Monate nach Ende des Halbjahrs (§ 115 WpHG). Zwischenbericht ist der Oberbegriff für Berichte über einen Teil des Geschäftsjahrs.
Englisch: half-year financial report. Im Prime Standard muss er auf Deutsch und Englisch erscheinen (§ 52 BörsO FWB); die Termine 2027 stehen unter Berichtssaison 2027.
Hauptversammlung
Die Hauptversammlung ist die Versammlung der Aktionäre einer Aktiengesellschaft, in der sie ihre Rechte in den Angelegenheiten der Gesellschaft ausüben. So regelt es § 118 AktG. Die ordentliche Hauptversammlung tagt einmal im Jahr und beschließt unter anderem über die Verwendung des Bilanzgewinns und die Entlastung von Vorstand und Aufsichtsrat.
Englisch: Annual General Meeting (AGM). Eine außerordentliche Versammlung heißt auf Englisch Extraordinary General Meeting (EGM). Weitere Begriffspaare stehen in der Tabelle unten.
HV-Unterlagen
HV-Unterlagen sind die Dokumente, die eine börsennotierte Aktiengesellschaft ab der Einberufung ihrer Hauptversammlung auf ihrer Internetseite zugänglich machen muss. Dazu gehören nach § 124a und § 175 Abs. 2 AktG die Einberufung mit Tagesordnung, Jahresabschluss, Lagebericht, Bericht des Aufsichtsrats und Gewinnverwendungsvorschlag, gegebenenfalls Unterlagen zum Vergütungssystem oder zum Vergütungsbericht sowie Formulare für die Stimmabgabe. Eine englische Fassung verlangt die Börsenordnung der Frankfurter Wertpapierbörse nicht.
Englisch: AGM documents. Die Versammlung selbst erklärt der Eintrag Hauptversammlung; die Termine 2027 stehen unter Berichtssaison 2027.
Jahresabschluss
Der Jahresabschluss besteht aus Bilanz und Gewinn- und Verlustrechnung; bei Kapitalgesellschaften gehört der Anhang dazu. So regeln es § 242 Abs. 3 und § 264 Abs. 1 HGB. Kapitalmarktorientierte Gesellschaften ohne Konzernabschluss ergänzen ihn um Kapitalflussrechnung und Eigenkapitalspiegel. Der Lagebericht steht neben dem Jahresabschluss, er ist kein Teil davon.
Englisch: annual financial statements. Den Unterschied zu Geschäftsbericht und Lagebericht zeigt die Tabelle am Anfang dieses Abschnitts; die Begriffspaare stehen unter Geschäftsbericht übersetzen.
Jahresfinanzbericht
Der Jahresfinanzbericht ist der Bericht, den ein Inlandsemittent von Wertpapieren für jedes Geschäftsjahr veröffentlichen muss. Er enthält nach § 114 Abs. 2 WpHG unter anderem den geprüften Jahresabschluss, den Lagebericht und die Versicherung der gesetzlichen Vertreter, den sogenannten Bilanzeid; Mutterunternehmen nehmen Konzernabschluss und Konzernlagebericht auf. Er erscheint spätestens vier Monate nach Ende des Geschäftsjahrs im Format ESEF.
Englisch: annual financial report. Im Prime Standard muss er in derselben Frist auch auf Englisch vorliegen (§ 51 BörsO FWB); die Termine 2027 stehen unter Berichtssaison 2027.
Lagebericht
Der Lagebericht ist der Bericht, in dem eine Kapitalgesellschaft neben dem Jahresabschluss ihren Geschäftsverlauf und ihre Lage darstellt und die voraussichtliche Entwicklung mit ihren wesentlichen Chancen und Risiken beurteilt. Grundlage ist § 289 HGB, für den Konzern § 315 HGB. Der Lagebericht muss ein den tatsächlichen Verhältnissen entsprechendes Bild vermitteln. Nach der CSRD steht die Nachhaltigkeitserklärung berichtspflichtiger Unternehmen als eigener Abschnitt darin.
Englisch: management report. In der englischen Fassung muss er dieselben Begriffe verwenden wie Abschluss und Präsentation; dafür gibt es die Terminologiedatenbank. Mehr unter Geschäftsbericht übersetzen.
Quartalsmitteilung
Die Quartalsmitteilung ist der kurze Bericht über das erste und das dritte Quartal, den die Börsenordnung der Frankfurter Wertpapierbörse Unternehmen im Prime Standard vorschreibt. Sie erläutert wesentliche Ereignisse und Geschäfte des Quartals und ihre Auswirkungen auf die Finanzlage und muss auf Deutsch und Englisch innerhalb von zwei Monaten nach Quartalsende vorliegen (§ 53 BörsO FWB). Ein vollständiger Quartalsfinanzbericht kann sie ersetzen. Eine gesetzliche Pflicht zur Quartalsberichterstattung enthält das WpHG nicht.
Englisch: quarterly statement. Die Begriffe aus dem Geschäftsbericht gelten hier weiter; die Termine 2027 stehen unter Berichtssaison 2027.
| Deutsch | Englisch (üblich) |
|---|---|
| Ad-hoc-Mitteilung | ad hoc announcement, ad hoc disclosure |
| Anhang | notes |
| Aufsichtsrat | Supervisory Board |
| Bestätigungsvermerk | independent auditor’s report |
| Bilanz | balance sheet, nach IFRS statement of financial position |
| Bilanzeid (Versicherung der gesetzlichen Vertreter) | responsibility statement |
| Einberufung der Hauptversammlung | notice of the Annual General Meeting |
| Geschäftsbericht | annual report |
| Gewinn- und Verlustrechnung | income statement, nach IFRS statement of profit or loss, HGB-Übersetzung profit and loss account |
| Halbjahresfinanzbericht | half-year financial report |
| Hauptversammlung | Annual General Meeting (AGM) |
| Jahresabschluss | annual financial statements |
| Jahresfinanzbericht | annual financial report |
| Konzernabschluss | consolidated financial statements |
| Lagebericht, Konzernlagebericht | management report, group management report |
| Nachhaltigkeitserklärung | sustainability statement |
| Quartalsmitteilung | quarterly statement |
| Vergütungsbericht | remuneration report |
| Vorstand | Management Board, je nach Haus auch Executive Board oder Board of Management |
Maßgeblich ist am Ende die Terminologie des einzelnen Hauses. Deshalb gehört sie in eine Terminologiedatenbank.
Nachhaltigkeit: CSRD und ESRS
CSRD
Die CSRD (Corporate Sustainability Reporting Directive) ist die EU-Richtlinie, nach der große Unternehmen im Lagebericht über Nachhaltigkeit berichten müssen. Sie trägt die Nummer (EU) 2022/2464. Die Omnibus-Richtlinie (EU) 2026/470 hat den Kreis der Pflichtigen auf Unternehmen mit mehr als 1.000 Beschäftigten und mehr als 450 Millionen Euro Nettoumsatz verkleinert; die Mitgliedstaaten müssen sie bis zum 19. März 2027 umsetzen. In Deutschland regelt das ein eigenes Umsetzungsgesetz.
Englisch: Corporate Sustainability Reporting Directive. Nachhaltigkeit gehört bei BMP zum Bereich IR/PR. Was die Berichtspflicht für die englische Fassung bedeutet, steht unter Nachhaltigkeitsbericht übersetzen.
ESRS
Die ESRS (European Sustainability Reporting Standards) sind die verbindlichen Standards, nach denen Unternehmen unter der CSRD berichten: Sie legen fest, welche Angaben zu Umwelt, Sozialem und Unternehmensführung in die Nachhaltigkeitserklärung gehören. Die erste Fassung hat die EU-Kommission als delegierte Verordnung (EU) 2023/2772 erlassen, auf Grundlage von Entwürfen der EFRAG. Eine überarbeitete, deutlich kürzere Fassung hat die Kommission im Juli 2026 angenommen; sie tritt nach der Prüfung durch Parlament und Rat mit der Veröffentlichung im Amtsblatt in Kraft. Für die deutsche Sprachfassung haben DRSC und AFRAC im Juni 2026 eine geprüfte Liste von Fachbegriffen eingereicht.
Englisch: European Sustainability Reporting Standards. Wer ESRS-Angaben übersetzt, braucht dieselben Begriffe wie im übrigen Bericht; mehr dazu unter Nachhaltigkeitsbericht übersetzen.
Nachhaltigkeitserklärung
Die Nachhaltigkeitserklärung ist der eigene Abschnitt im Lagebericht, in dem ein berichtspflichtiges Unternehmen nach CSRD und ESRS über Nachhaltigkeitsaspekte berichtet. Anders als ein freiwilliger Nachhaltigkeitsbericht wird sie extern geprüft und mit dem Lagebericht veröffentlicht.
Englisch: sustainability statement. Damit dieselben Sachverhalte in Nachhaltigkeitserklärung und übrigem Bericht gleich heißen, arbeiten wir mit kundenspezifischen Terminologiedatenbanken. Mehr unter Nachhaltigkeitsbericht übersetzen.
Qualität und Arbeitsweise
Mehrstufiges Redaktionssystem
Ein mehrstufiges Redaktionssystem ist ein Verfahren der Qualitätssicherung, bei dem ein Text mehrere Redaktions- und Prüfschritte durchläuft, bevor er freigegeben wird. Die Schritte prüfen Inhalt, Stil, Terminologie und kulturelle Wirkung.
Englisch: multi-stage editing. „Inhaltliche Präzision gewährleisten wir durch Expertenwissen, gnadenlose Akribie und ein mehrstufiges Redaktionssystem.“ Wie das im Ablauf aussieht, zeigt die Seite Arbeitsweise.
Muttersprachenprinzip
Das Muttersprachenprinzip ist der Grundsatz, dass Texte von Menschen übersetzt oder geschrieben werden, deren Muttersprache die Zielsprache ist. Es ist in der Übersetzungsbranche verbreitet, weil Idiomatik, Tonalität und Anspielungen in der eigenen Muttersprache am sichersten gelingen.
Englisch: native-speaker principle. BMP stellt je nach Produkt, Medium und Kulturkreis Adaptionsteams „aus muttersprachlichen Experten und Textern“ zusammen; mehr unter Arbeitsweise.
Terminologiedatenbank
Eine Terminologiedatenbank ist eine gepflegte Sammlung der verbindlichen Fachbegriffe eines Unternehmens mit ihren Entsprechungen in anderen Sprachen. Sie hält fest, welcher Begriff gilt und welche Varianten nicht verwendet werden, oft mit Definition und Beispiel. So heißt derselbe Sachverhalt in Lagebericht, Präsentation und Pressemitteilung gleich, auch über Jahre.
Englisch: termbase. BMP arbeitet mit kundenspezifischen Terminologiedatenbanken und festen Texterteams; mehr unter Geschäftsbericht übersetzen und Arbeitsweise.
Werbelektorat
Werbelektorat ist die Prüfung von Werbe- und Marketingtexten auf Rechtschreibung, Grammatik, Stil, Einheitlichkeit und Wirkung, bevor sie veröffentlicht werden. Es fängt die offensichtlichen Fehlgriffe ab, die Fachmedien seit Jahren zitieren, laut unseren Antworten „Fehler, die jeder halbwegs gescheite Endlektor verhindern kann“.
Englisch: advertising copy editing. Werbelektoren arbeiten bei BMP im Team mit Adaptionsexperten, Finanzübersetzern, Journalisten und Textern (Warum BMP).
Stand: Oktober 2026. Die Einträge zu Rechtsbegriffen geben den Stand der genannten Quellen wieder und ersetzen keine Rechtsberatung: Wir übersetzen und redigieren, rechtlich beraten wir nicht.
Häufige Fragen
Eine Übersetzung überträgt den Inhalt möglichst vollständig in eine andere Sprache. Eine Lokalisierung passt zusätzlich Formate, Anrede und Beispiele an den Zielmarkt an. Eine Transkreation schreibt einen Werbe- oder Markentext neu, damit er im Zielmarkt dieselbe Wirkung hat; der Wortlaut darf sich dafür ändern.
Für Werbetexte werden beide Begriffe meist gleichbedeutend verwendet, eine einheitliche Definition gibt es nicht. BMP spricht von Adaption.
Lokalisierung macht eine Marke im Zielmarkt heimisch, Internationalisierung lässt sie bewusst global wirken. Welcher Weg passt, hängt von Markenstrategie und Positionierung ab und muss vor der Adaption geklärt sein.
Der Kulturcheck prüft Sprache und Wirkung: Bedeutung, Klang, Assoziationen und kulturelle Fallstricke im Zielmarkt. Die Markenrecherche prüft Schutzrechte und gehört zu Markenrechtlern. Vor einem internationalen Launch braucht ein Name beides.
Üblich sind management report, Management Board und Annual General Meeting (AGM). Weitere Paare stehen in der Tabelle im Abschnitt Geschäftsbericht und Kapitalmarkt. Maßgeblich ist die Terminologie des einzelnen Hauses.
Der Geschäftsbericht ist die Publikation über das Geschäftsjahr; im HGB kommt das Wort nicht vor. Der Jahresabschluss besteht aus Bilanz und Gewinn- und Verlustrechnung, bei Kapitalgesellschaften mit Anhang. Der Lagebericht stellt daneben Geschäftsverlauf, Lage und voraussichtliche Entwicklung dar. Beide Pflichtteile stehen im Geschäftsbericht, zusammen mit freiwilligen Teilen wie dem Brief an die Aktionäre.
Üblich sind balance sheet, income statement und notes. Nach IFRS heißen die ersten beiden statement of financial position und statement of profit or loss, die amtliche Übersetzung des HGB sagt für die GuV profit and loss account. IAS 1 lässt andere Titel zu; wichtig ist, dass ein Bericht bei einem bleibt.
Wenn ein Gericht oder eine Behörde sie verlangt, etwa für Urkunden oder Anmeldungen zum Handelsregister. Für die englische Fassung eines Geschäftsberichts sehen WpHG und Börsenordnung keine Beglaubigung vor.
Übersetzen ist schriftlich, Dolmetschen mündlich. Auf einer Hauptversammlung übertragen Dolmetscher Reden und Aussprache im Saal. Einberufung, Berichte und Redetexte sind Texte; wenn sie auf Englisch erscheinen sollen, werden sie vorher übersetzt.
